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Venalink®-Blisterkarten für die Heimversorgung mit neuem Vertrieb

Mit den grünen Venalink®-Blisterkarten startete die patientenindividuelle Verblisterung in Deutschland vor genau 12 Jahren. Heute gibt es die Venalink®-Blisterkarten in der gewohnt herausragenden Qualität auch in Deutschland wieder: die ApoFit GmbH erwarb kürzlich die Vertriebsrechte für Vena­link®-Blisterkarten in Deutschland.

Vorteil für den Apotheker: Venalink®-Blisterkarten sind mittels PZN auch über Ihr Waren­wirt­schafts­system vom Großhandel zu bestellen! ApoFit bietet die Karten auch in Klein­mengen für den kostengünstigen Start in die Verblisterung an! Bestellformulare enthalten Sie unter http://blister-technik.de/ zum Downloaden. Für regelmäßiger Bezieher oder Großabnehmer bietet ApoFit eine Rabatt-Staffel an: lassen Sie sich beraten und fordern Sie ein unver­bindliches Angebot unter Tel. 06151 601 5835.

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Bremst die Pharmaindustrie die Verblisterung?

…  Schon seit Jahren fordert die Blister-Branche vom Gesundheitsministerium neue Regelungen – doch das Ministerium blockt ab. „was!“-Recherchen zeigen: Dies geschieht mutmaßlich auch aus Rücksicht auf die Pharma-Industrie , die um ihre Umsätze fürchtet.

aus dem AOK-Medienservice März/2011:

Verblistern von Tabletten erhöht die Therapietreue – und spart Kosten

Modellprojekt der AOK Nordost15.03.11 (ams).

Nach wie vor stellt die Arzneimittelversorgung einen der größten Ausgabenblöcke in der gesetzlichen Krankenversicherung dar – auch, weil Medikamente falsch oder gar nicht eingenommen werden. Um dem entgegen zu wirken, hat die AOK Nordost 2009 ein Modellprojekt gestartet: Seitdem erhalten die Bewohner von 21 Berliner Pflege-heimen ihre Tabletten abgezählt und vorsortiert in sogenannten Blisterstreifen. Erste Zwischenergebnisse zeigen nun: Das Verblistern steigert die Arzneimittelsicherheit sowie die Therapietreue der Patienten und hilft, die Arzneimittelkosten zu senken.

Es ist ein Modellprojekt mit Zukunftscharakter, das die AOK Nordost gemeinsam mit der 7×4 Pharma GmbH gestartet hat: Denn insbesondere die medizinische Versorgung von Älteren, chronisch Kranken und multimorbiden Menschen wird angesichts des demo-grafischen Wandels von immer größerer Bedeutung sein. Nicht selten müssen diese Patientengruppen eine Vielzahl an Arzneimitteln einnehmen. Jedoch lässt die Compliance – die Therapietreue – der Patienten mit zunehmender Komplexität und Dauer der Arznei-mitteltherapie nach, wie Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost, bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse erklärte. Denn vor allem bei Patienten, die auf sich allein gestellt sind, ist das Risiko hoch, dass diese vergessen, ihr Medikament einzunehmen, oder dass sie das Arzneimittel falsch einnehmen. 

Die Zahl nicht eingenommener Arzneimittel ist gesunken

Mit dem Berliner Modellprojekt beschreitet die AOK Nordost neue Wege in  der Arznei-mittelversorgung. Im Zuge dessen erhalten die rund 750  Bewohner der teilnehmenden Pflegeheime ihre Medikamente vorsortiert in  Durchdrückpackungen, sogenannte Blister, wie sie von Arzneimitteln aus  der Apotheke bekannt sind. Das Besondere hier ist: Die  Tablettenverpackungen aus Plastik werden für jeden der Bewohner  individuell hergestellt. Die Blister enthalten, entsprechend den  jeweiligen Verordnungen des Arztes, genau eine Wochenration der  verschriebenen Tabletten, aufgeteilt auf sieben Tage und für jeden Tag  auf die jeweiligen Einnahmezeitpunkte.  Wie eine Zwischenevaluation  belegt, konnte die Therapietreue dadurch gesteigert werden. Die Zahl der  abgerechneten Medikamente hat um gut zehn Prozent abgenommen, weil der „Verwurf“ – die Zahl nicht eingenommener Arzneimittel – gesenkt werden  konnte, wie Prof. Jens Leker von der Westfälischen Wilhelms-Universität  in Münster erklärte. Leker begleitet das Projekt wissenschaftlich und  wertet dieses für die AOK Nordost und 7×4 Pharma aus. Aus dem geringeren Ver-wurf ergebe sich eine Einsparung bei den Arzneimittelkosten von rund  20.000 Euro pro Jahr.

Zuspruch erhält der Ansatz nicht nur aus der  Wissenschaft, sondern auch von den Pflege-kräften in den beteiligten  Heimen. Wie eine Befragung im Rahmen der Evaluation er-geben hat,  befürworteten rund 70 Prozent des Pflegepersonals das Verblistern. Knapp 75 Prozent der Befragten gaben an, dass der Zeitaufwand für die  Medikation abgenommen habe. Entsprechend fühlten sich etwas mehr als 60  Prozent durch die Vorsortierung der Medikamente entlastet.

Noch  positivere Effekte als im stationären Pflegebereich erhofft sich  AOK-Experte Möhlmann von der Verblisterung für Patienten, die in ihren  eigenen vier Wänden leben. Anders als im Heim würden ältere Patienten in  der Regel dort nicht von Pflegern betreut. Dem entsprechend sind sie  allein für die richtige der Medikamenteneinnahme verant-wortlich. „Dabei  sind das oftmals diejenigen, die am stärksten auf die  Arzneimittel-therapie angewiesen sind“, so Möhlmann.

Zahlen aus Deutschland belegen die hohe Wirtschaftlichkeit des Blisters!

Zahlen aus deutschen Studien, wissenschaftlich begleitet, belegen nunmehr überdeutlich, dass der Einsatz von Wochenblistern eine wirtschaftlich nicht mehr zu übersehende Bedeutung erhält.

Um sich die Bedeutung dieser Zahlen (siehe Artikel aus der Ärzte-Zeitung) einmal klar zu werden: Hochgerechnet allein auf die ca. 750.000 Pflegeheimplätze in D ergäbe dies eine gigantische Zahl von ca. 1,27 Milliarden EUR an Einsparungen für die Krankenkassen – die Einsparungen an Arzneimitteln noch nicht mal berücksichtigt! Auch wenn sich nicht alles so materialisieren würde wie berechnet: die deutschen Krankenkassen verzichten auf einen 7-stelligen Betrag! Und dies bereits OHNE Berücksichtigung der ca. 1,7 Mio. Pflegefälle, die zuhause versorgt werden!
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Aber in Deutschland zählt das ja alles nichts: die ABDA mauert seit dem Jahr 2001 gegen den Blister, die Kassen beschäftigen sich und andere mit immer neuen Rabattvertrag-Ideen, und falsch-verstandene Gentlemen-Agreements in diesen Etagen blockieren sogar die besten Ergebnisse.
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Und die Politik schaut interessiert und/oder ernüchtert zu.
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Apotheker plus, 27.05.2011 05:00
Einspareffekte des Wochenblisters erstmals in Zahlen
(cw). Höhere Therapietreue und Einsparungen stationärer Be­handlungskosten – so lauten die Erwartungen an die patientenindividuelle Medikamentenverblisterung. Mitte Mai wurden Resultate mehrerer Modell­projekte vorgestellt. Erstmals lassen sich damit die Effekte der Verbliste­rung auch unter deutschen Verhältnissen konkret beziffern.
Ausgewertet wurde das Projekt der AOK Nordost und des Blisterpioniers 7×4 Pharma vom Institut für betriebswirtschaftliches Management im Fach­bereich Chemie & Pharmazie der Universität Münster. Demnach gingen die Krankenhausaufenthalte während der ersten sechs Monate nach Umstellung auf den Wochenblister um 27 Prozent zurück. An dem Feldversuch nahmen mehr als 500 Bewohner von Pflegeheimen teil.
Bei unterstellten Kosten von 500 Euro pro Krankenhaustag, so rechnet 7×4 vor, spare die Kasse pro Jahr und Patient 2038 Euro. Abzüglich der Ausgaben für den Wochenblister (275 Euro p.a. für Herstellung, Logistik und Apothekerhonorar) ergeben sich knapp 34 Euro, die jeder Wochenblister der Kasse erspart. Durch geringeren Verwurf reduzieren sich die Arzneimittelausgaben zusätzlich um rund zehn Prozent.
Zahlen in ähnlicher Größenordnung präsentierte kürzlich auch der Ge­sund­heitsökonom Professor Günter Neubauer, der einen Feldversuch der AOK Bayern mit zehn Apotheken, 20 Heimen und 580 Patienten evaluiert hat.
Unterm Strich saldiert Neubauer Minderausgaben je Wochenblister von 30,30 Euro. Zusätzlich ergeben sich wirtschaftliche Vorteile für die Pflege­heime, bei 100 Patienten etwa 500 Euro pro Woche. Dem Apotheker werden in diesem Modell pro Wochenblister brutto 6,10 Euro zugestanden sowie Herstellkosten von 3,00 bis 4,80 Euro.
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Nach 10 Jahren: Die Politik will den Blister!

Man soll ja nicht verzagen. Aber es ist schon eine große Genugtuung, nach mehr als 10 Jahren Information und Aufklärung den folgenden Satz aus dem Munde eines Politikers zu hören:

„Das Verblistern stellt eine Möglichkeit dar, Pflegekräfte zu entlasten und ihnen mehr Raum für die Arbeit am Patienten zu geben. Gleichzeitig erhält der Apotheker insbesondere bei multimorbiden Patienten, die oftmals zahlreiche verschiedene Medikamente am Tag nehmen müssen, die Möglichkeit, Wechselwirkungen besser zu erkennen.“ [1]

Richtig.

„Aus diesem Grund wurde bereits mit dem GKV-WSG die Option geschaffen, dass Heime und Apotheken Verträge zur Verblisterung schließen. Aufgrund des Versorgungsvertrags nach § 12a Apothekengesetz (ApoG) zwischen Apotheker und Pflegeheim verpflichtet sich die Apotheke, Arzneimittel patientenindividuell zu verblistern. Dabei wurde auch die Frage der Kosten in die Hände der Vertragspartner gegeben. Krankenkassen und Apotheker können Vereinbarungen zur Vergütung treffen. All diese Instrumente werden bisher aber kaum oder nur im geringen Umfang genutzt bzw. zeigen faktisch kaum Wirkung.“

Schade. Aber warum bloß?

„Um die Möglichkeit der Verblisterung insbesondere für Heime aber auch für ambulante Pflegeanbieter attraktiver zu machen, sollten die Vertragsgrundlagen auf ambulante Pflegeanbieter ausgeweitet werden. Es ist darüberhinaus zu prüfen, wie der Aufwand des Verblisterns reduziert und kostengünstiger gestaltet werden kann. Dabei wollen wir auch grundsätzlich Form und Finanzierung der Verblisterung von Arzneimitteln diskutieren. Die Einhaltung von Rabattverträgen der Kassen ist in jedem Fall auch beim Verblistern zu gewährleisten.“

Verblistern für die ambulante Pflege wäre ein Segen für die Arzneimittelsicherheit; andere Länder machen es vor: in Holland soll der Pflegedienst prinzipiell den Blister benutzen, und in der Schweiz dürfen in Heimen ohne examinierte Pflegekräfte (z.B. in Einrichtungen unter sozialpädagogischer Betreuung) nur noch Blister ausgegeben werden.

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[1] CDU/CSU-FRAKTION IM DEUTSCHEN BUNDESTAG, ARBEITSGRUPPE GESUNDHEIT: Eck-Punkte für eine Pflegereform, April 2011

 

 

Manuelle Verblisterung – am Scheideweg?

Mit dem bekannt gewordenen Eckpunktepapier zur Überarbeitung der Apothekenbetriebs ordnung (ApBetrO) wird langsam deutlich, dass sich die manuelle Verblisterung, also das hän­di­sche Zusammenstellen mit anschließendem Verschweißen/Verkleben in der Apo­the­ke an einem kritischen Punkt befindet:

  • Die manuelle Verblisterung wird expressis verbis NICHT als „kritisch“ eingestuft; daher wird die manuell verblisternde Apotheke womöglich nicht zur Einführung eines QMS-Sys­tems verpflichtet werden: die bekannt gewordenen Kriterien dazu („steril“, „ma­schi­nell hergestellt“) treffen für die manuelle Verblisterung gerade nicht zu.
  • Trotzdem wird die manuell verblisternde Apotheke teilweise Verschärfungen spüren: sie wird zur Dokumentation der Her­stel­lung („Herstel­lungs- und Prüfvorschriften“), und zwar „unabhängig von deren Um­fang“ verpflichtet werden. Jede Herstellung wird zukünftig „unter Verantwor­tung eines Apothekers mit ausreichenden Fachkenntnissen“ gestellt, und jede Herstellung muss zukünftig vom Apotheker freigegeben werden.
  • GMP-Elemente der „Gu­ten Herstellungspraxis“, wie sie beim maschinellen Verblis­tern vorgeschrieben sind, werden eben nur in der o.a. abgeschwächten Weise vorgegeben wer­den.

Aber es sind nicht nur Dokumentationsunterschiede: wenn Blister-Zentren unter automatischer Qualitätskontrolle mit Fehlerraten aufwarten, die manuell schlichtweg nicht erreichbar sind, und z.B. eine permanente Bild-Do­ku­men­ta­ti­on aller hergestellten Blister im Netz verfügbar machen können, dann hat die Apotheke mit manueller Herstellung einen deutlichen qualitativen Nachteil gegenüber dem maschinell erstellten Blister.

Wenn nun die unterschiedlichen Anforderung in der ApBetrO festgeschrieben werden, so läuft die manuelle Verblisterung  Gefahr, nur noch Blister „zweiter Klas­se“ zu liefern. Für Kunden, die den Blister in der Apotheke selbst abholen bzw. geliefert bekommen, macht sich die „Zwei Klassen-Verblisterung“ nicht direkt bemerkbar; auch für Heime, die manuell gestellte Blister aus der Apotheke beziehen, wird sich momentan noch nicht viel ändern.

Der Unterschied wird dann offenkundig und zu Tage treten, wenn die Fragen der Kom­pen­sation der Kosten und der Qualität bei der Verblisterung relevant werden:

  • Kassen und Heime, die in der jüngst veröffentlichen Abstimmung der apo­theke adhoc-Leserschaft (Stichprobe) die Kosten der Verblisterung übernehmen sollen, werden sich genau fragen, welche Qualität sie für ihr Geld bekommen werden: die Fehlerrate wird ein entscheidendes Kriterium werden.
  • Zukünftige Aktivitäten unter Beteiligung eines Patientenblisters (Testläufe, Pilot-Projekte zu innovativen Versorgungsmodellen) werden sich rechtfertigen müssen, wenn sie nicht die höchst-mögliche Blister-Qualität anbieten.
  • Spätestens nach einer notwendigen Rechtfertigung wegen angeblichen Fehlern bei der Medikamentenvergabe wird auch das Heim und der Pflegedienst die höchst mögliche Qualität ansteben wollen.

Es ist prinzipiell zu begrüßen, dass in der Apothekenbetriebsordnung auf die Verhältnis-mäßigkeit der Vor­ga­ben verwiesen wird – denn jede Apotheke soll prinzipiell herstellen, d.h. verblistern können. Trotzdem sind wir hier bei dem schon erwähnten Punkt: jeder Patient, der einen Blister benötigt, darf erwarten, dass er die beste verfügbare Qualität, d.h. den Blister mit der geringsten Fehlerrate erhält, egal wer den Blister herstellt und wo er hergestellt wurde. Und jede Apotheke kann den Blister dort herstellen lassen, wo die beste Qualität sichergestellt ist.