Die fehlende Gegenfinanzierung der Blister-Kosten

Die verstärkte Nachfrage aus den Heimen, die letztlich auch von den eigenen Trägern an-gehalten wer­den, Kos­ten zu sparen bzw. zu verlagern, zwingt den Apotheker in eine miss-liche Situation: will er die Verblis­terung nicht anbieten, verliert er die Heimversorgung womöglich ganz. Da die Heimversorgung teilweise 15-30% des Umsatzes einer typischen Apotheke ausmachen kann, hängen an der Heimversorgung z.B. auch die erzielbaren Rabattsätze beim Einkauf. Also muss der Apotheker die ge­forderten Blister so kosten-günstig wie möglich anbieten. Nicht ausgeschlossen ist so allerdings, dass die zugrunde liegende Idee, d.h. die verbesserte pharmazeutische Betreuung, aus Kostengründen auf das absolute Muss zurückgeführt wird.

Grundsätzlich hat der Apotheker dann folgende Möglichkeiten:

  1. er verblistert manuell in der eige­nen Apotheke, ob nun in Karten, Dosetts oder die Anabox: um kostengünstig anbieten zu können, darf er nur so wenig wie unbedingt notwendig pharmazeutisches Personal einsetzen; Prüfung und Kontrollen werden minimiert. Nicht umsonst gibt es des-halb Berichte, dass so Fehler aufkommen und einige Heime diese Apotheker wieder vor die Türe setzten.  
  2. der Apo­theker ver­blistert mit einem Automat, entweder aus der eigenen Apotheke für die (eigenen) Heime mit Versor­gungsver­trag, oder aus dem Blisterzentrum per Auf-trag. Ein eigener Automat ist kostspielig, und nicht jeder Apotheker hat die sichere Basis, längerfristig mehr als 1000-1200 Betten zu versorgen. Und für den flächen-deckenden Bezug von Blistern aus Blisterzentren von Apotheker-Kollegen ist die Weiter­gabe der eigenen Daten nicht selbstverständlich, hier müssen einige Apotheker noch immer über ihren Schat­ten sprin­gen.