Zahlen aus Deutschland belegen die hohe Wirtschaftlichkeit des Blisters!

Zahlen aus deutschen Studien, wissenschaftlich begleitet, belegen nunmehr überdeutlich, dass der Einsatz von Wochenblistern eine wirtschaftlich nicht mehr zu übersehende Bedeutung erhält.

Um sich die Bedeutung dieser Zahlen (siehe Artikel aus der Ärzte-Zeitung) einmal klar zu werden: Hochgerechnet allein auf die ca. 750.000 Pflegeheimplätze in D ergäbe dies eine gigantische Zahl von ca. 1,27 Milliarden EUR an Einsparungen für die Krankenkassen – die Einsparungen an Arzneimitteln noch nicht mal berücksichtigt! Auch wenn sich nicht alles so materialisieren würde wie berechnet: die deutschen Krankenkassen verzichten auf einen 7-stelligen Betrag! Und dies bereits OHNE Berücksichtigung der ca. 1,7 Mio. Pflegefälle, die zuhause versorgt werden!
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Aber in Deutschland zählt das ja alles nichts: die ABDA mauert seit dem Jahr 2001 gegen den Blister, die Kassen beschäftigen sich und andere mit immer neuen Rabattvertrag-Ideen, und falsch-verstandene Gentlemen-Agreements in diesen Etagen blockieren sogar die besten Ergebnisse.
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Und die Politik schaut interessiert und/oder ernüchtert zu.
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Apotheker plus, 27.05.2011 05:00
Einspareffekte des Wochenblisters erstmals in Zahlen
(cw). Höhere Therapietreue und Einsparungen stationärer Be­handlungskosten – so lauten die Erwartungen an die patientenindividuelle Medikamentenverblisterung. Mitte Mai wurden Resultate mehrerer Modell­projekte vorgestellt. Erstmals lassen sich damit die Effekte der Verbliste­rung auch unter deutschen Verhältnissen konkret beziffern.
Ausgewertet wurde das Projekt der AOK Nordost und des Blisterpioniers 7×4 Pharma vom Institut für betriebswirtschaftliches Management im Fach­bereich Chemie & Pharmazie der Universität Münster. Demnach gingen die Krankenhausaufenthalte während der ersten sechs Monate nach Umstellung auf den Wochenblister um 27 Prozent zurück. An dem Feldversuch nahmen mehr als 500 Bewohner von Pflegeheimen teil.
Bei unterstellten Kosten von 500 Euro pro Krankenhaustag, so rechnet 7×4 vor, spare die Kasse pro Jahr und Patient 2038 Euro. Abzüglich der Ausgaben für den Wochenblister (275 Euro p.a. für Herstellung, Logistik und Apothekerhonorar) ergeben sich knapp 34 Euro, die jeder Wochenblister der Kasse erspart. Durch geringeren Verwurf reduzieren sich die Arzneimittelausgaben zusätzlich um rund zehn Prozent.
Zahlen in ähnlicher Größenordnung präsentierte kürzlich auch der Ge­sund­heitsökonom Professor Günter Neubauer, der einen Feldversuch der AOK Bayern mit zehn Apotheken, 20 Heimen und 580 Patienten evaluiert hat.
Unterm Strich saldiert Neubauer Minderausgaben je Wochenblister von 30,30 Euro. Zusätzlich ergeben sich wirtschaftliche Vorteile für die Pflege­heime, bei 100 Patienten etwa 500 Euro pro Woche. Dem Apotheker werden in diesem Modell pro Wochenblister brutto 6,10 Euro zugestanden sowie Herstellkosten von 3,00 bis 4,80 Euro.
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Ein Gedanke zu „Zahlen aus Deutschland belegen die hohe Wirtschaftlichkeit des Blisters!

  1. Was für Langzeitpflege wohl gut sein wird und auch die Fehldosierungen von Medikamenten reduzieren mag ist jedoch für Akut-Krankenhäuser eher nicht so einfach umzusetzen. Ich habe die Aussage so aufgefasst, dass die Einsparpotenziale sich ergeben auf der Basis von WOCHEN-Blistern.
    Im Akutspital ändert sich jedoch eine Medikation nicht wochen- sondern tage- ja sogar teilweise stunden-/minutenweise.
    Beim besten Willen kann ich mir hier „Einspareffekte“ nicht vorstellen.
    Jedoch sollte es sicherlich Systeme geben, die eine Fehlmedikation reduzieren.
    Ich sehe hier vor allem die Pharmaindustrie gefordert.
    – Unterscheidbarkeit der Medikamente TROTZ Corporate Identity und Corporate Design
    – Vier-Augen-Kontrolle von Medikationen fallen derzeit schwer, da beim Abschneiden der Tabletten kein vollständiger Aufdruck des Präparates mehr erkenntlich ist – geschweige denn Verfalldatum oder CH.B.

    Dies sind nur ansatzweise Beispiele.

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