Verblistern von Liquida im Blister

Medikamente in Form von Tropfen oder Säften können von älteren Personen manchmal besser eingenommen werden als Tabletten. Es besteht seit langem der Wunsch, auch Liquida im Blister in Form einer Tageszeit-Dosis erhalten zu können.coloured_podsDoch Tropfen und Säfte werden bisher nicht in großem Stile verblistert – und es wird wohl so bleiben. Wir haben explizit nochmals nachgefragt: laut MDK Bayern vom 29.3.2018 ist die Ver­blisterung von Flüssigkeiten grundsätzlich zulässig.  ABER: „Eine Vergleichbarkeit ist nicht ge­geben.“ Was soviel heißt, dass keine flüssigen Medikamente parallel verblistert werden können, welche nicht eindeutig identifiziert werden können.

Der MDK muss bei seiner jährlichen Prüfung die Identität der bereitgestellten Medikamente prüfen, aber  Liquida im Blister kann der MDK vor Ort nicht identifizieren. Daher ist die Äußerung eines  MDK-Auditors folgerichtig, der bei der Prüfung im Heim den Umgang mit Medikamenten negativ be­wertet, wenn er gleich-artige oder gleich-aussehende flüssige Medikamente vorfindet. Seine einfache Begründung: er kann die Identität der Flüssigkeiten nicht differenzieren bzw. überprüfen.

In der Tat sind flüssige Medikamente anhand von Form und Farbe nicht so differenzierbar wie z.B. Kapseln und Tabletten. Denn meist sehen die wenigen Tropfen im Becher irgendwie alle gleich aus. Und daher kann auch ein Vergleich mit einigen Tropfen aus der Original-Flasche nicht weiter helfen.

Dies führt im Ergebnis dazu, dass nur eine geringe Anzahl unterschiedlicher Liquida, d.h. 2 oder 3, im Blister zu finden sein wird. Während Lactulose zwar eindeutig von Novaminsulfonsäure unterschieden werden kann, ist aber die Stabilität dieses Schmerzmittels nicht immer ge­geben. Und zudem: Schmerzmittel z.B. sollten gemäß der Schmerzintensität variiert werden können, was ausge­schlossen wird, wenn dieses verblistert in immer der identischen Menge bereitgestellt werden.

Liquida verblistern als „Gesicherte Herstellung“ ??

Was ich hier bemerkenswert finde: der MDK-Prüfer lässt sich nicht beeindrucken von der  Aus­sage einer „sicheren Herstellung in der Apotheke“ bzw. der „Herstellung nach GMP gemäß §13 AMG“ eines Blistercenters. Der Prüfer besteht auf seiner eigenen MDK-Vorgabe, dass er als Auditor vor Ort selbst und ohne Hilfsmittel in der Lage sein muss, die Identität eines Arz­nei­mittels überprüfen zu können.

Spezielle Liquida-Blister erhältlichstandfaehige_Abbrechpackung

Als Alternative empfiehlt sich das Einsetzen von speziellen Liquida-Blister, die jeweils nur ein definiertes Medikament enthalten.

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