Hohe Fehlerquote in Heimen – Verblistern als Lösung?

Verblistern bringt Sicherheit: falsch verabreichte Medikation ist offenbar ein bundesweit ver­breitetes Problem für Pflegebedürftige in stationären wie ambulanten Einrichtungen. Bereits 2012 ergab eine Erhebung des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Kran­kenkassen (MDS), dass circa 15.000 Patienten betroffen sind (Fehlerquote 20 %). Eine Unter­suchung in 1.265 Heimen bestätigte jetzt die hohe Fehlerquote.

Fatale Qualitätsmängel in der Handhabung der Medikamente durch das Pflege-Personal könn­ten jedoch verhindert werden, so das Resümee von Holger Görges, Pflege­dienst­leister der Dia­ko­ni­schen Altenhilfe in Wuppertal. Er hat aktuell in einer eigenen Studie bei 1265 Heimen aus dem gesamten Bundesgebiet untersucht, inwiefern die Medikamentenversorgung den ärztlichen An­ordnungen entsprach (u.a. Dosierung, Applikationsform und vollständige Einnahme) und ob der Umgang mit Medikamenten sach- und fachgerecht durchgeführt wurde (richtige Lagerung, Do­ku­mentation und Beschriftung).

Das Ergebnis: Die Fehlerquote bei der Medikamentenversorgung war vor allem in Heimen sehr hoch, die selbst stellten. Sie betrug dort durchschnittlich circa 23 Prozent. Selbst Heime mit einer Transparenznote unter 1,4 hatten noch eine Fehlerquote von knapp 13 Prozent. Ähnlich hoch war die Fehlerquote beim Umgang mit den Medikamenten. In Heimen, die die Arznei von einer Apotheke verblistern ließen, betrug die Fehlerquote allerdings nur 0,85 (Versorgung) bzw. 1,05 Prozent (Umgang). Für Görges, der die Medikamente der Bewohner in seinem Heim von einer Apotheke ebenfalls verblistern lässt (Blisterkartensystem easyblist), haben die verwendeten Blisterkarten mehrere Vorteile. Als Hauptgrund nennt er die signifikant erhöhte Arznei­mit­tel­sicher­heit. Außerdem habe er errechnet, dass damit etwa acht Stunden Arbeitskraft pro Woche eingespart werden konnten, die in nun in die Pflege der Bewohner investiert würden.

09.07.13

Quelle: MTS Medication Technologies